Die Welt

Stimmen und Schriften aus der Ferne #14

Stimmen der Waismark

 

„… selbstverständlich wurden die heidnischen Horden der ghorgardischen Ureinwohner entlang der gesamten nördlichen Gestade des Ibernischen Golfes schon vor Jahrhunderten durch die gesegnete Hand von Skærn Feuerfrieden beseitigt oder bekehrt, aber bekanntlich kommt es auch immer wieder mal zu einem gelegentlichen Aufflackern des alten Aberglaubens in entlegenen Bergtälern und einsamen Buchten. Die akzeptierte Lehrmeinung sieht die Ursache dieser hartnäckigen Unkräuter im Garten unserer Dreiheiligen Kirche zwar in der fortgesetzten Existenz kleiner und kleinster heidnischer Widerstandsnester in hochgelegenen Bergregionen, doch haben meine Forschungen nun eine – wie ich denke – diskussionswürdige Alternative ergeben:

Eine gründliche Untersuchung der Archive des Episkopen von Kytecz in Verbindung mit einigen Reisen zu diversen kleinen Fischerdörfern im Nordwesten lieferten eine Reihe bemerkenswerter Berichte über Begegnungen mit Fischern, deren Boote allem Anschein nach aus uns unbekannten, viel weiter im Westen gelegenen Heimathäfen stammten! Wir wissen natürlich, dass außerhalb des Golfs eine starke Strömung von Westen nach Osten entlang einer nur aus Felsen und Klippen bestehenden Küste verläuft – aber was, wenn viele hundert oder gar tausend Längen weiter westlich bewohnbare Küstenstreifen liegen, auf denen einst ghorgardische Fischer Zuflucht fanden? Es lässt sich nicht leugnen, dass ihre heidnischen Hexenpriester in allen überlieferten Berichten unheilige Kräfte besaßen, die ihnen Macht über Pflanzen, wilde Tiere oder gar Wind und Wetter verliehen. Warum sollten sie ihren Anhängern also nicht einen Weg entgegen des West-Ost Stroms verliehen haben? Einen Weg, den ihre Nachfahren noch heute nutzen, um den Kontakt zu ihren heidnischen Verwandten hier direkt unter den Augen der Kirche zu suchen?“

 

Læktor Parrabas Wenkel während einer Anhörung im hierophantischen Sekretariat

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