Die Welt

Narakaná: der Höllengrund

Hell is a place on earth
Acid Drinkers

Ob es sich bei den von den Daemonologen des Imperiums beschworenen Wesenheiten um Kreaturen aus fremden Dimensionen oder um Manifestationen der seelischen Abgründe der Beschwörer handelt, ist eine seit Jahrtausenden ungeklärte Streitfrage unter den Gelehrten. Dabei existiert eine sehr reale Hölle auf demselben Planeten, auf dem auch die Türme der imperialen Daemonologen zu finden sind. Eine Hölle, deren Bewohner ohne Übertreibung als Teufel oder Dämonen beschrieben werden können, wobei diese „Dämonen“ nicht weniger abscheulich oder bösartig als die „Daemonen“ der Magier sind. In fast dreitausend Jahren haben nur sehr wenige Menschen diesen Ort entdeckt und auch lebend wieder verlassen – und bis heute ist seine Existenz nirgends mehr als ein Gerücht.

Dieser Ort entstand vor sehr langer Zeit durch einen außergewöhnlichen Malmsturm, der einen ganzen Subkontinent – Narika genannt – zerstörte und aus den Trümmern einen gewaltigen Gebirgskessel formte, in dessen von Vulkanwüsten und Ruinen bedecktem Inneren sich die letzten überlebenden Einwohner des Subkontinents wiederfanden. Doch die Kraft des Malmsturm hatte viele von ihnen in grausame Zerrbilder ihrer selbst verwandelt: wandelnde Alpträume, in denen die traumatisierten Seelen von Menschen gefangen waren. Aber ihre Körper waren immerhin weit besser geeignet, um in dieser Umgebung zu überleben – nur Nahrung war knapp, so dass die „normalen“ überlebenden Menschen erst zu jagdbarem Wild und schließlich zu Zuchtvieh wurden…

Aus den verwandelten Menschen bildeten sich aber im Laufe der Zeit verschiedene Stämme oder „Häuser“ heraus, deren Mitglieder sich jeweils durch ihre Erscheinung und ihre besonderen Fähigkeiten unterscheiden. Sechs Häuser existieren bis heute:

Asur – „heiß“ in einer alten narikanischen Sprache, mit seinen riesigen, muskelbepackten Herren, die vielleicht menschenähnlichsten von allen, die bald zum neuen Adel des Landes aufstiegen.
Bhot – „kalt“, dessen dürre Spinnen- und Skelettgestalten fast körperlos über die stürmischen Bergspitzen und einsamen Gletscher am Rand der vulkanischen Ebenen huschen.
Ishach – „dunkel“, stille, vermutlich knochenlose Kinder der Nacht. Fast unsichtbar wurden sie zu lebenden Schatten.
Kravyad – „Lügner“, grotesk deformiert erzeugen sie Trugbilder und Illusionen, erfüllt von raubtierhaftem Hunger.
Parn – „Mörder“, zähe kleine Kriegergestalten, so geizig wie gierig, so blutdurstig wie vorsichtig, sieht man sie stets mit einer Waffe in jeder ihrer oft überraschend vielen Hände.
Vhetal – „Schänder“, die unmenschlichsten von allen, leben nur noch als unsterbliche Parasiten in wandelnden Leichen, von denen die erste ihre eigene war.

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