Die Fragmente

Malmsturm – Die Fragmente: T’anifa – die Fressmesser Dhelyriens

Manchmal taucht in den Städten des Imperiums eine seltsame Art von Waffe auf, deren exotische Natur zwar offensichtlich ist, die aber nur wenige mit den fernen Inseln von Dhelyrien in Verbindung bringen, welche im Imperium gemeinhin nur als Lieferanten schöner braunhäutiger Sklaven und ausgefallener Gewürze oder Drogen bekannt sind. Bei besagten Waffen handelt es sich um primitiv erscheinende Dolche und Messer aus tiefdunklem Holz, deren „Klingen“ mit monströsen Widerhaken in Form großer Zähne besetzt sind. Nun ist es nicht so ungewöhnlich, auf Waffen oder Rüstungen von scheinbar primitiver Machart aus Holz, Horn, Zähnen oder Knochen zu stoßen, die so viel von der Kraft ihres ursprünglichen Besitzers in sich tragen, dass sie mindestens so leistungsfähig sind wie ein aus Stahl oder Eisen gefertigtes Gegenstück. Diese speziellen, T’anifa genannten Klingen zeichnen sich jedoch nicht einfach durch große Schärfe oder Festigkeit aus. Vielmehr tragen sie in sich einen unstillbaren, raubtierhaften Hunger – eine bizarre Blutgier, die selbst scheinbar leichte Verletzungen in lebensbedrohliche Wunden verwandeln kann. Manche Gerüchte behaupten, das läge an giftigen Baumsäften, die im Holz der Messer enthalten sein sollen, doch so einfach ist die Antwort nicht, denn selbst die besten Universalgegengifte der Alchemisten zeigen keinerlei Wirkung gegen die verheerenden Folgen einer T’anifa Verletzung. Die wahre Antwort kennen im Imperium nur wenige, darunter vor allem gewisse Gruppierungen innerhalb der Assassinengilde: Deren Forschungen ergaben schon vor langer Zeit, dass bei sich jeder Wunde durch eine T’anifa-Klinge ein oder mehrere winzige Splitter aus den Zähnen lösen. Diese Splitter beginnen dann über die Blutbahn durch den Körper zu wandern und dabei unzählige kleiner und kleinster innerer Verletzungen zu verursachen. Das verursacht dem Opfer noch Tage, ja manchmal Wochen nach dem Angriff starke Schmerzen – insbesondere bei Bewegung oder sonstiger intensiver körperlicher Belastung. Doch damit nicht genug: bleiben die Splitter längere Zeit im Körper, so beginnt irgendwann ein furchtbarer Zerfallsprozess des Opfers. Die befallene Person verliert dann nach und nach nicht nur an physischer Stärke, Geschicklichkeit und Widerstandskraft, sondern auch an Wissen, geistiger Stabilität und praktischen Fähigkeiten! Obwohl die betroffenen keine äußerlichen Zeichen zunehmenden Alters aufweisen, wirkt die T’anifa-Klinge damit wie eine ungeheuer beschleunigte Altersschwäche, der früher oder später auch die kräftigsten Opfer erliegen. Selbst magische Heilung soll diesen Prozess nicht auf Dauer stoppen, sondern höchstens einfache körperliche Schäden beheben können. Angeblich verfügen allerdings die weisen Medizinmänner der Eingeborenenstämme Dhelyriens über Mittel und Wege, um die Folgen einer T’anifa-Wunde dauerhaft zu heilen und sogar bereits verlorene geistige Fähigkeiten wiederherzustellen…

Optionale Regeln:
Wer eine T’anifa Klinge sein eigen nennt, der sollte diese zumindest als Gabe, vielleicht sogar mit einem dazu gehörenden Aspekt, auf dem Charakterblatt vermerken. Zunächst einmal sollte eine T’anifa nur wie ein gutes Messer oder Kurzschwert wirken. Gibt man jedoch nach einem erfolgreichen Angriff (der mindestens einen körperlichen Belastungspunkt verursacht) einen SP aus, so bleiben die typischen Splitter in der Wunde – selbst wenn es nur ein Kratzer war. Von diesem Zeitpunkt an muss das Opfer jeden Tag einen hervorragenden (+4) Ausdauerwurf schaffen. Gelingt dieser nicht, so erhält das Opfer für diesen Tag den temporären Aspekt „Beißender Schmerz“. Bei einem kritischen Erfolg gelten hingegen auch die entsprechenden Ausdauerwürfe der folgenden drei Tage als erfolgreich absolviert. Misslingt ein solcher Ausdauerwurf jedoch um 3 oder mehr Stufen, so verliert das Opfer eine Stufe von einer seiner Fertigkeiten – so lange bis der Effekt der T’anifa Splitter dauerhaft beseitigt wird. Fertigkeiten können so nur unter Mäßig (+0) sinken, wenn keine Fertigkeit mehr höher eingestuft ist, aber diese Art von Abnahme kann dann immer weiter fortschreiten : negative Stufen von Ausdauer, Entschlossenheit oder Zaubern werden dann auch von den passenden Belastungspunkten abgezogen – und bei einer Kapazität von nur noch 0 Belastungspunkten stirbt der Charakter dann!

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