Die Fragmente

Malmsturm – Die Fragmente: Die Nebelstimmen – das weiße Verderben von Balta

Es mangelt nicht an Legenden und Mythen, dank derer die Seefahrer des Nebelmeeres die Gestade der heiligen Insel Balta nur selten und mit großem Respekt anlaufen mögen. Doch kaum ein Seemannsgarn ist so weit verbreitet wie die Geschichte von den Stimmen im Nebel, die jeden, der sie hört, ins Verderben führen…

Schriften des Nordens

als dann aber der junge Kapitän das traditionelle Brandopfer auf dem alten Steinaltar am Ufer entzündet hatte, da glaubte er, das leise Geräusch ferner Stimmen zu hören. Er schaute auf und sein Blick fiel auf eine seltsame Nebelbank am Ende des kleinen Strandes, denn die ihre grauen Schwaden schienen sich gegen den auflandigen Wind langsam übers Meer zu schieben! Der Kapitän rief zu seinen Leuten, die im Beiboot auf ihn warteten, dass er sich dies näher ansehen wolle, worauf hin ihm die erfahrenen Seefahrer entsetzt zuriefen, dass er dies keinesfalls tun solle, doch sie konnten ihn nicht aufhalten. Nachdem sich kurz darauf die dichten Nebel wie ein Mantel um die Gestalt des Kapitäns schlossen, ward er nie wieder gesehen…

Allarmand von Nhastrand: Sagen und Legenden des Nebelmeers

 

Stimmen des Nordens

dieses ganze Geschwätz von Stimmen und Geistern im Nebel könnt ihr vergessen! Als ich zuletzt auf Balta war und der Kapitän ein Opfer für guten Wind und reichen Fang darbrachte, da hörte ich nicht einfach nur Stimmen: da kam mein leibhaftiger Bruder aus einer Nebelbank auf mich zu! Ja, genau, der Bruder, der mit seinem Schiff vor zwei Wintern bei Balta verschwunden ist! Er zerfiel dann regelrecht als unsere Äxte ihn trafen, aber sicher fühlten wir uns erst wieder nachdem seine Reste im Feuer verbrannten…

Mitgehört im Eisenfass, einer Schenke in Grimwerk

Schriften des Nordens

Damals hatte ein Sturm unser Schiff auf ein kleines Riff vor Balta laufen lassen. Wir schufteten vier Tage, um es wieder flott zu machen, achteten aber trotz allem darauf, keine Nacht auf der heiligen Insel zu verbringen. Dennoch verschwanden drei meiner Kameraden spurlos – und ich glaube bis heute, dass auch ich nur knapp demselben Schicksal entging: Auf dem Rückweg von einem Landgang zur Feuerholzsuche wurde ich von meiner Gruppe getrennt. Stunden später erst fand ich die Küste, an der unser Schiff lag, doch auf dem Weg hinab zum Strand hüllte mich plötzlich dichter Nebel ein. Ich spürte aber weder Angst noch Verwirrung, denn in dem Nebel erschienen mir meine Frau und unsere Tochter! Beide riefen nach mir und flehten um meine Hilfe, so dass ich wie von Sinnen los lief. Zum Glück stolperte ich nach wenigen Schritten und schlug mir das Knie an einem Stein auf. Der Schmerz riss mich aus der Vision heraus und ich konnte durch den Nebel unsere Lagerfeuer am nahen Strand erkennen. Die anderen meinten später, ich hätte wie ein Geist ausgesehen als ich aus dem Nebel auf sie zu wankte, aber ich wusste, dass ich die wahren Geister im Nebel hinter mir gelassen hatte…

Issulf Bilgander der Ältere:
Blutjahre – mein Leben unter den Eispiraten

 

Nur wenige Gelehrte wissen aber, dass die eigentliche Gefahr an den Küsten dieser Vulkaninsel weniger von den undurchsichtigen Schwaden ausgeht, die dort aus glutheißen Spalten und Schloten dringen, um über Land und Meer zu wandern, wo sie dann Körper und Geist vergiften. Vielmehr lauert der Tod an den Schloten selbst, denn dort wimmelt es von allerlei fremdartigem Getier, darunter auch eine Art winziger Krebstiere, welche in den dampfgefüllten Rissen und Höhlungen des Vulkangesteins in großen Staaten oder Kolonien leben, ganz wie es auch Ameisen und Termiten tun. Diese Kreaturen, welche in sehr alten Texten manchmal als Nebelkrabben, Storgemiten oder Mimiten bezeichnet werden, gedeihen in der enormen Hitze und Feuchtigkeit von Geysiren und heißen Quellen, können diese Gebiete aber nur kurzzeitig verlassen. Um Nahrung anzulocken sondern sie besondere Körpersäfte ab, die – in den heißen Schwaden gelöst – auf Menschen und andere Säugetiere einen halluzinogenen Effekt haben und geradezu mütterliche Beschützerinstinkte auslösen. Erliegen dann Mensch oder Tier den kochendheißen Dämpfen, so dienen ihre Körper meist der Ernährung der Kolonie – doch von Zeit zu Zeit, wenn die Kolonie groß genug geworden ist und neue Königinnen hervorgebracht hat – wird solch ein Körper von einer jungen Königin, einigen Drohnen und ein paar hundert Arbeitern besiedelt und animiert. Der Körper dient dann als schützende Hülle und zum Transport der „Siedler“, die damit tagelang umher wandern und nach neuen, noch unbesiedelten heißen Quellen und Geysiren suchen können – wobei diese Hülle durchaus auch wehrhaft ist und auf langen Wegstrecken auch zur Jagd und dem Erlegen von Beutetieren genutzt werden kann.

Die Roten Brunnen

Die Roten Brunnen liegen an der Nordostküste von Balta. Es handelt sich um eine kleine Ansammlung wannengroßer Felsbecken, die mit dampfendem rötlichem Wasser gefüllt sind und zwischen denen dauernd heiße Wasserdämpfe und vulkanische Gase aus diversen Erdspalten austreten. Außer bei starkem Wind oder Sturm sind die Wasserbecken durch die darüber liegenden Nebelschwaden kaum zu erkenn – ebenso wie die unzähligen kleinen Körper der Nebelkrabben, deren Straßen zwischen den Erdspalten hin und her laufen.

Mögliche Aspekte:

  • Komm zu uns, wir brauchen dich!
  • Ein brennendes Verlangen
  • Liebe macht blind
  • Alles nur heiße Luft!

 

Der Wanderer aus dem Nebel

Ein guter (+3) Scherge: eine junge Siedlerkolonie von Nebelkrabben im Körper eines ehemaligen Eispiraten…

Talente & Gaben:

Furchtlos:
+1 auf Entschlossenheit wenn es um Angst oder Einschüchterung geht

Mottenaugen :
kann selbst bei minimalen Lichtmengen normal – und bis ins infrarote Spektrum – sehen, wird aber von starken Licht- oder Wärmequellen unwiderstehlich angezogen

Zäh wie Leder:
+2 körperliche Belastungspunkte

Schergenqualität:

+3 (gut)

Belastungspunkte

Körperlich: 3
Mental: 5
Arkan: 3

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