Das Drumherum

Eisen im Feuer #4: Vom lettern eines Comics

Wir haben in unserem Artikel Eisen im Feuer einen Überblick gegeben, womit wir uns zur Zeit beschäftigen. In Eisen im Feuer#3 haben wir Euch eine Vorschau der Comics geboten. Heute wollen wir etwas tiefer in das Projekt gehen.

Als Lettering (von engl. letter: Buchstabe) wird die Beschriftung von Sprechblasen in Comics bezeichnet so der Eintrag der WIkipedia zu dieser Kunstform. Momentmal Kunstform? Naja würde ich schon behaupten. Anspruchsvollen Comics sieht man die Arbeit an, die auch heute noch mit der Hand gelettert werden. Obwohl das Ganze kein Lehrberuf ist, ist die Tätigkeit alles andere als trivial. In der heutigen Zeit jedoch werden aus Zeit- und Kostengründen größtenteils Fonts eingesetzt, um die Sprechblasen mit Text zu füllen.

Sowohl der Comicpreis Eisner Award als auch der Harvey Award haben eine Preiskategorie für den besten Letterer. Inspiriert von den alten Comics hegten wir den Wunsch, in genau dieser Tradition unsere drei Comics, die jeweils eines der Szenarien in Wege aus Blut und Eisen mit einer Möglichen Realität bebildern, zu lettern. Eine schöne und gleichmäßige Handschrift wäre das Rüstzzeug zu dieser Arbeit, aber nicht die einzige Vorraussetzung. Ich selber verfüge zwar über die Erfahrung im Setzen von Text, aber meien Handschrift ist bei weitem nicht gleichmäßig und ansehnlich genug, um das Ding zu wuppen. Am Ende der Diskussion stand letztendlich nur noch digital zu setzen und eine möglichst schöne Schrift dafür zu finden oder jemanden zu finden, der balla genug ist, das mit uns zu machen. Wir fanden lange niemanden. Wir haben uns durchgefragt bis zu Carlsen über Preise und Möglichkeiten und mussten am Ende doch alles wieder verwerfen und sahen uns schon davor, dass eben doch jeder Buchstabe exakt der gleiche ist. Bis der gute Alex vom FateCast, der lange Zeit ein eigenes Webcomic hatte, mich auf eine Webcomic schaffende Community auf Facebook hinwies. Dort fanden wir kurzerhand Hilfe und auch jemanden, der von der Idee genauso angetan war wie wir. Mit René fanden wir jemanden, der sich der Ästethik von handgeletterten Texten bewusst ist und Vorschläge machte, wie die Schrift aussehen soll, und das ganze auch hinterfragte, warum wir gerade diesen und nicht jenen Stil haben möchten. Sprich, jemand mit dem richtigen Herzblut.

 

„Mein Name ist René Heinen, ich bin als Illustrator und Comiczeichner tätig und stamme aus dem schönen Bütgenbach (Belgien).

Mein Leitfaden für das Leben, die Arbeit und Alles, lautet wie zu erwarten: ‚Keine Panik‘.

Das Projekt rund um Malmsturm gefällt mir ausgesprochen gut und es macht ungeheuren Spaß daran zu arbeiten.

Das Fantasy-Genre ist mir mittlerweile etwas zu überladen und klischeebehaftet, da wirkt diese ‚klassische‘ Herangehensweise ungemein erfrischend! Ich liebe die Ästhetik und einzigartige Atmosphäre einfach, die man von ‚Conan‘, ‚Fire & Ice‘ und ähnlichen Werken kennt. Malmsturm reiht sich lückenlos in diese Reihe ein, da schlägt das Herz jedes Sword-and-Sorcery-Fan’s sofort höher.“

René ist bereits zugange.

Wir nerven ihn mit unserem Lektorat, das natürlich deutlich beschissener auszuführen ist als das Lettern am Computer, und Björn hat das Ganze zum Anlass genommen, ein weiteres mal an den Illus zu feilen.

Vielleicht noch etwas Werbung in eigener Sache?

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